Osterhasen gesucht
Bericht aus Klepelshagen

Nur noch gut zwei Wochen, dann ist Ostern. Pünktlich zum Fest hat sich unser Team in Klepelshagen wie jedes Jahr die Frage gestellt: Wie steht es eigentlich um den Osterhasen? Bei der traditionellen Frühjahrszählung haben die Kollegen die Augen nach dem Langohr und anderen Wildtieren offengehalten.
Feldhasen, Rehe, Füchse – bei der Frühjahrszählung in Klepelshagen, die alljährlich mit Beginn der Vegetationsperiode stattfindet, werden alle Sichtungen genau dokumentiert. So auch in diesem Jahr. An zwei Zählabenden im Abstand von vier Tagen gab unsere neue Revierjagdmeisterin Katja Selke um jeweils 21 Uhr das Startsignal für die Mitarbeiter und Mitjäger.
Gezählt wurde wie immer an klar definierten Punkten entlang einer festgelegten Route. Im Winter vorbereitete Arbeitskarten dienten dafür als Grundlage. Mit Klemmbrett, Stift und Wärmebildkamera ausgerüstet, fuhren drei Dreierteams in geländetauglichen Autos die Routen parallel ab und notierten ihre Sichtungen. Nach gut einer Stunde war eine Zählung beendet.
Weniger Hasen als in den Vorjahren
Bei der ersten Zählung am 21. März wurden 204 Rotwildsichtungen, 66 Rehe, elf Wildschweine, fünf Füchse, 75 Hasen sowie ein Dachs verzeichnet. Am zweiten Zählabend waren es 79 Hasen, 93 Rehe, 52 Wildschweine, sieben Füchse sowie acht Dachse, ein Waschbär und ein Marderhund. Auffällig: Im Gegensatz zu den Vorjahren wurden deutlich weniger Hasen gezählt. Die Gründe dafür sind unklar. Möglicherweise liegt es daran, dass die Felder in diesem Jahr früher bestellt wurden. Deshalb sind sie eventuell weniger attraktiv und die Hasen eher im Wald unterwegs.
Auf unseren Flächen in Klepelshagen finden Feldhasen durch die ökologische Landwirtschaft ohne Pestizideinsatz ganzjährig eine große Nahrungsvielfalt. Und ungenutzte Saumstrukturen neben bewirtschafteten Flächen bieten ihnen tagsüber gute Deckung. So gut geht es dem Feldhasen aber nicht überall: Er leidet, wie viele andere Wildtiere, unter der Intensivierung der Landwirtschaft und der schwindenden Vielfalt im Ackerbau. Hecken, Brachflächen und Feldholzinseln verschwinden. Doch gerade Brachflächen sind für die Langohren überlebenswichtige Orte. Hier finden sie Versteckmöglichkeiten und ihre bevorzugten Kräuter. Wir fordern daher schon lange eine Agrarpolitik, die auf den Artenschutz Rücksicht nimmt und das Anlegen und Pflegen artenreicher Brachflächen fördert.