Jetzt schon Bodenbrüter und Junghasen retten

So geht Wildtierschutz auf Grünland

Früher war er in Mooren und auf Feuchtwiesen zu finden, heute brütet der Kiebitz (Vanellus vanellus) auf Äckern und Wiesen. Sein Bestand ist stark gefährdet.

Wer in diesen Tagen mit offenen Ohren an Wiesen und Weiden vorbeispaziert, kann den Gesang der Feld- und Heidelerchen schon hören. Mit etwas Glück lässt sich sogar ein Kiebitz entdecken, der aus seinem Winterquartier zurück ist. Die Balz der Bodenbrüter ist in vollem Gang, und schon bald beginnt die Brutzeit. Zeitgleich starten die Landwirte mit schwerem Gerät ihre arbeitsintensive Frühjahrssaison – ein gefährliches Aufeinandertreffen.

Walzen, Striegel und Schleppen sind im Frühjahr für Bodenbrüter und junge Hasen im Grünland eine große Gefahr. Durch die Maschinen werden Gelege zerstört und die Hasen oft tödlich verletzt. Dabei ist jedes verlorene Gelege der am Boden brütenden Vogelarten ein herber Verlust für den Artenschutz. Fast alle Bodenbrüterarten in Deutschland sind gefährdet, da ihre Bestände insbesondere aufgrund der intensiven Landwirtschaft rückläufig sind. So haben Rebhuhn und Kiebitz in den vergangenen 45 Jahren über 90 Prozent ihres Bestands eingebüßt. Der Wachtelkönig ist auf der Roten Liste der Vögel Deutschlands als „stark gefährdet“ eingestuft, der Große Brachvogel gilt sogar als „vom Aussterben bedroht“. Auch der Feldhase ist eine gefährdete Art.

Bedrohte Bodenbrüter

Gesucht, gefunden, gerettet

Ein wesentlicher Beitrag zum Schutz von Bodenbrütern und Junghasen könnte zukünftig aus den Reihen der Jäger kommen. Denn sie starten ohnehin Ende April mit der Rehkitzsuche per Drohne und Wärmebildkamera. Würden einige Teams schon jetzt das Grünland vor jedem landwirtschaftlichen Arbeitsgang absuchen, könnten sie einen wesentlichen Beitrag zum Bodenbrüterschutz leisten und außerdem Tierleid verhindern.

Das belegt eine Umfrage, die wir gemeinsam mit der Deutschen Wildtierrettung und dem Deutschen Jagdverband durchgeführt haben: Sie hat gezeigt, dass Rehkitze mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 97 Prozent in einer Wiese gefunden werden können. Dank Drohnentechnik können neben Rehkitzen aber auch Bodenbrüter oder Junghasen sicher aufgespürt werden – je früher im Jahr gesucht wird, desto größer sind die Erfolgschancen. Auf einem Hektar Suchfläche wurden laut der Umfrage im Monat März fast zehnmal so viele Gelege von Bodenbrütern gefunden wie im Monat Mai.

Umfrage zum Erfolg der Jungwildrettung

Wer Anfang April das Grünland vor jedem landwirtschaftlichen Arbeitsgang absucht, kann die gefundenen Gelege mit Fähnchen markieren und so vor den Maschinen schützen. Junghasen werden behutsam und mit Handschuhen an den Wiesenrand gesetzt und können nach der Mahd von den Rettern wieder auf die Fläche gebracht werden. Und wer noch keine Drohne hat: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert für Jäger auch in diesem Jahr die Anschaffung von Drohnen zur Jungwildrettung.

Wildtierettung

Kleine Eierkunde

Wer legt welche Eier?

Die kleinsten Eier legt das Braunkehlchen (1,8 mal 1,4 Zentimeter), die größten der Große Brachvogel (4,7 mal 6,8 Zentimeter). Manche Bodenbrüter bevorzugen Ackerland, andere Wiesen und Weiden.

Auf Ackerland bebrütet die Feldlerche drei bis fünf hellbraune, dunkel gefleckte Eier (2,2 mal 1,7 Zentimeter). Der Kiebitz legt drei bis vier gut getarnte olivgrüne bis braune Eier (4,5 mal 3,2 Zentimeter). Zehn bis zwanzig gelblich bis olivfarbene Eier (3,5 mal 2,5 Zentimeter) liegen in einem Rebhuhn-Nest.

Auf feuchten Wiesen und Weiden ist die Bekassine zu finden, deren Gelege aus drei bis vier hellbraunen bis olivgrünen, dunkel gefleckten Eiern (4 mal 3 Zentimeter) besteht. Der Wachtelkönig legt acht bis zwölf cremefarbene Eier mit rotbraunen Flecken (3,6 mal 2,6 Zentimeter).

Gelege der Bodenbrüter

Drohne

Reh – Stoppt den Mähtod

Der Lebensraum Wiese entsteht, indem er regelmäßig gemäht wird. Leider werden bei der Mahd viele am Boden brütende Vogelarten sowie Rehkitze und Junghasen durch Mähwerke getötet. Aber es gibt immer mehr Möglichkeiten, den Mähtod zu verhindern.

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Weil es kaum noch Feuchtgebiete gibt, nisten Wiesenweihen heute in Getreidefeldern. Ein Risiko! Wir schützen ihre Nester.

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